VulvaKarzinom-SHG e.V. Homepage - Begriffserklärungen
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    Veröffentlicht: 15.05.2010 13:42     Seitenaufrufe: 10120 

    Adenokarzinome
    gehören zu den bösartigen Zellveränderungen, die vom Deck- oder Drüsengewebe ausgehen.

    Adjuvante Therapie
    Als adjuvante Therapie bezeichnet man in der Medizin ergänzende oder unterstützende Therapiemaßnahmen (sicherheitshalber zusätzlich nach der Operation durchgeführt.) In der Onkologie bezeichnet der Begriff bei Krebserkrankungen eine Therapie, die nach vollständiger operativer Entfernung aller erkennbaren Tumoranteile angewandt wird, um mögliche, bisher aber noch nicht nachweisbare Tumorabsiedlungen (Mikrometastasen) zu bekämpfen und dadurch die langfristigen Heilungsaussichten zu verbessern.

    Anamnese
    die im Gespräch ermittelte Vorgeschichte eines Patienten in Bezug auf seine aktuelle Erkrankung.

    Anschlussheilbehandlung (AHB)
    medizinische Rehabilitationsmaßnahme, die im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt durchgeführt wird.

    Basalzellkarzinome (Basaliome)
    entstehen aus Zellen der Basalzellschicht der Haut und den Wurzelscheiden der Haarfollikel. Die Tumoren können aggressiv in das umgebende Gewebe hineinwachsen und dabei auch Knorpel und Knochen befallen. Sie siedeln sich äußerst selten in anderen Organen an, bilden also keine Tochtergeschwulste (Metastasen).

    Bartholinsche Drüse
    ist eine doppelte zusätzliche Geschlechtsdrüse der Frau, die in den Scheidenvorhof, zwischen die kleinen Schamlippen mündet. Ausgehend von diesen Drüsen, kann in seltenen Fällen ein Karzinom ausgebildet werden.

    Benigne Tumoren
    sind gutartig,verdrängen durch ihr Wachstum umliegendes Gewebe, durchwachsen (infiltrieren) es aber nicht und bilden keine Absiedlungen (Metastasen).

    Biopsie
    Fachbegriff aus der Medizin für die Entnahme und Untersuchung von Material (meist Gewebe). Die Erkenntnisse aus einer Biopsie lassen Aussagen zu krankhaften Änderungen des feingeweblichen Aufbaus (Pathohistologie) des untersuchten Gewebes zu. Insbesondere die Fragestellung, ob es sich bei Tumoren um bösartige oder gutartige handelt, kann in der Regel nur durch eine Biopsie geklärt werden.

    Carcinoma in situ (CIS)
    entspricht einer schweren Zellveränderung z.B. VIN III und ist keine bösartige Erkrankung.

    Chlamydien
    bilden eine Familie der Bakterien. Beim Menschen lösen Chlamydien insbesondere Erkrankungen (Chlamydiose) der Schleimhäute im Augen-, Atemwegs- und Genitalbereich aus, mit teilweise schwerwiegenden Folgen wie Erblindung oder Unfruchtbarkeit.

    CO2-Laser (Kohlendioxidlaser)
    ist ein elektrisch angeregter Gaslaser, der in der Medizin in sehr vielen unterschiedlichen Bereichen eingesetzt wird. Der CO2-Laser gilt als "klassischer" chirurgischer Laser. Im Gegensatz zu anderen Lasern ist seine Wirkung auf das Gewebe direkt sichtbar. CO2-Laser werden entweder als Skalpell zum Schneiden, oder als Oberflächenlaser zur breitflächigen Abtragung (Vaporisation / Verdampfung) von Gewebe eingesetzt.

    Diagnostik
    Die Methoden der Diagnosefindung (z. B. Anamneseerhebung, körperliche Untersuchung, Anwendung bildgebender Verfahren wie Röntgen/MRT oder Analytik mit Laborwerten des Blutes und anderen Körperflüssigkeiten) werden mit dem Begriff der Diagnostik zusammengefasst.

    Dysplasie
    Zellveränderungen, die sich von normalen Zellen in der Kernform, Kern-Plasmarelation und Chromatinanfärbung unterscheiden. (Chromatin ist das Material, aus dem die Chromosomen bestehen.) Es handelt sich um einen Komplex aus DNA und Proteinen. Der Name kommt von griech. chroma (Farbe), weil sich Chromatin mit basischen Kernfarbstoffen anfärben lässt.

    Dysplasiesprechstunde
    Spezialsprechstunde (eigentlich: Untersuchung) für Frauen mit Erkrankungen der Zervix (Gebärmutterhals), der Portio (Muttermund), Vagina (Scheide) und Vulva (Schamlippen). Bei diesen Erkrankungen kann es sich um entzündliche Veränderungen, Infektionen (z. B. Kondylome, sog. Feigwarzen) oder aber auch um dysplastische Veränderungen handeln.

    Epidemiologie
    ist jene wissenschaftliche Disziplin, die sich mit den Ursachen und Folgen sowie der Verbreitung von gesundheitsbezogenen Zuständen und Ereignissen beschäftigt. Die Epidemiologie untersucht jene Faktoren, die zu Gesundheit und Krankheit von Individuen und Populationen beitragen.

    Epithel
    eine biologisch-medizinische Sammelbezeichnung für Deckgewebe und Drüsengewebe.

    Essigtest - Essigreaktion
    Untersuchungsmethode - veränderte Zellen werden so sichtbar gemacht. Durch die aufgebrachte Essigsäure (3 - 5 %) kommt es zum Aufquellen und zur Weißfärbung veränderter Gebiete.

    Fakultativ
    möglich, aber nicht zwingend erforderlich oder eintreffend.

    Femoral
    den Oberschenkel betreffend.

    Grading
    Einstufung (hier der Agressivität des Tumors).

    Hautlappenplastik
    Verwendung von körpereigenen Hautlappen aus der Nachbarschaft des Operationsgebietes zur Wundabdeckung oder zum Wiederaufbau.

    Hemivulvektomie
    Teil- oder Halbentfernung der Vulva.

    Herpesviren vom Typ 2 - Herpes genitalis - HSV2
    ist eine Virusinfektion, die durch Herpesviren vom Typ HSV2 verursacht wird. Der Genitalherpes gehört zu den häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten. Symptome des Genitalherpes sind Bläschen an den Genitalien. Die Ansteckung mit HSV2 erfolgt hauptsächlich ab der Pubertät, bzw. mit dem Beginn intimer Kontakte. Etwa 20 bis 30% der Erwachsenen in Deutschland besitzen Antikörper gegen dieses Virus. Die Ausprägung der Erkrankung variiert stark. Manche Menschen bekommen nie auch nur ein Herpesbläschen, obwohl sie das Virus in sich tragen. Andere zeigen starke Symptome. Es gibt Möglichkeiten, die Erkrankung gezielt zu behandeln; das Virus vollständig aus dem Körper zu entfernen ist jedoch nicht möglich.

    Histologie
    bezeichnet den unter dem Mikroskop sichtbaren Gewebeaufbau. Eine histologische Untersuchung wird an entnommenem Gewebe durch einen Pathologen durchgeführt und dient der Diagnosestellung. Die histologische Diagnose weist den höchsten Sicherheitsgrad aller Diagnoseverfahren auf.

    Humane Papillomviren (HPV)
    bilden eine Gruppe von DNA-Viren, die in Low-risk- und High-risk-Viren eingeteilt werden.

    Immunsuprimiert
    Unterdrückung der körpereigenen Abwehrkräfte z.B. durch Gabe von Medikamenten wie Cortison oder durch Erkrankungen wie AIDS.

    Indikation
    leitet sich vom lateinischen Wort "indicare" (anzeigen) ab. Bezeichnung des Grundes in der Medizin für den Einsatz einer therapeutischen oder diagnostischen Maßnahme. Es steht grundsätzlich dafür, ob bei einem bestimmten Krankheitsbild der Einsatz einer bestimmten Maßnahme angebracht ist. (Bei Krankheitsbild "X" ist das Heilverfahren "Y" angebracht.) Der Begriff findet sich häufig in Zusammenhang mit Operationen, man spricht dann von der Operationsindikation.

    Infiltrationstiefe
    Eindringtiefe (in das Gewebe).

    Inguinal
    in der Leiste gelegen.

    Inguino-Femoral
    Leistengegend und Oberschenkel betreffend

    Interdisziplinarität (interdisziplinär)
    ist die fachübergreifende Arbeitsweise und umfasst mehrere voneinander unabhängige Einzelwissenschaften, die einer meist wissenschaftlichen Fragestellung mit ihren jeweiligen Methoden nachgehen.

    Intraoperativ
    bedeutet während eines chirurgischen Eingriffs bzw. während einer Operation.

    Introitus vaginae
    medizinisch = Scheideneingang.

    Invasiv
    Invasion bedeutet Überschreiten von Gewebsgrenzen und ist ein typisches Merkmal von einer bösartigen Erkrankung.

    Invasionstiefe
    die Tiefe des Eindringens eines malignen Tumors in das umliegende Gewebe.

    Irreversibel
    nicht mehr umkehrbar, nicht wieder rückgängig zu machen, bleibend.

    Kolposkopie / Vulvoskopie
    gynäkologisches Untersuchungsverfahren. Dabei betrachtet der Gynäkologe die Vulva mit einer Vergrößerungsoptik (z. B. 30-fach), dem Kolposkop. Eine wichtige Bedeutung hat die Kolposkopie in der Erkennung von Zellveränderungen.

    Komplikation
    eine unerwünschte Folge einer Krankheit, eines Eingriffs oder eines Medikaments, die nicht im engeren Sinn zum Krankheitsbild gehört.

    Kondylome (Condylomata acuminata)
    sind auch unter dem Begriff Feigwarzen und Feuchtwarzen bekannte Genitalwarzen. Es handelt es sich um eine sexuell übertragbare Viruserkrankung (HPV) von der Niedrigrisikogruppe.

    Lasertherapie
    Im Bereich der Vulva können nicht invasive Veränderungen mit dem (CO2-) Laser entfernt werden. Störende Faktoren wie Narbenbildungen werden so stark reduziert oder verhindert und es kann eine sehr gute Wundheilung erreicht werden.

    Latenz (verborgen)
    steht für: Latenzzeit, den Zeitraum zwischen einem verborgenen Ereignis und dem Eintreten einer sichtbaren Reaktion darauf.

    Läsion
    Schädigung, Verletzung oder Störung.

    Lateral
    zur Seite hin gelegen.

    Leukoplakien (Weißschwielenkrankheit)
    Bei der Leukoplakie handelt es sich um weiße, nicht abwischbare Bezirke der Schleimhaut von Mund oder dem Genitale, die keiner anderen bekannten Krankheit zugeordnet werden können. Es handelt sich dabei um eine Verhornungs-Störung. Die Flecken machen zunächst keine Beschwerden und werden oft eher zufällig entdeckt. Doch da diese Veränderungen Krebs auslösen können, müssen sie auf jeden Fall entfernt werden.

    Lichen sclerosus (LS)
    ist eine chronisch entzündliche, nicht ansteckende Hauterkrankung, die vermutlich zu den Autoimmunerkrankungen zu zählen ist. LS ist - bis auf die sogenannte extragenitale Form - (ca. 10 bis 15 %) vorwiegend genital lokalisiert. Der LS ist eine seltene Erkrankung, die sowohl Frauen als auch Männer betrifft. Bei der Frau können Schamlippen, Klitoris / Klitorisvorhaut sowie perianale (um den Anus herum) Regionen betroffen sein.

    Lymphdrainage
    spezielle Massage zur Entstauung von Flüssigkeitsansammlungen (Ödemen).

    Lymphknoten
    „Filterstation“ für die Lymphe (Gewebswasser), gehört zum Lymphsystem. Jeder Lymphknoten ist für die Aufnahme und Filtration der Lymphe einer Körperregion zuständig. Lymphknoten gehören zum Abwehrsystem (Immunsystem) eines Organismus.

    Lymphödem
    Schwellung und zunehmende Verhärtung des Bindegewebes infolge einer Lymphabflussbehinderung. Die Behandlung ist langwierig, eine Heilung oft nicht möglich, auch nicht durch Operation.

    Lymphonodektomie oder Lymphadenektomie
    operative Entfernung von Lymphknoten. Sie wird häufig im Rahmen der Resektion (Entfernung) von malignen Tumoren durchgeführt.

    Lymphsystem
    Teil des Abwehrsystems (Immunsystems) welches gegen Krankheitserreger, Fremdpartikel und krankhaft veränderte Körperbestandteile (z. B. Tumorzellen) schützt.

    Manifestation
    Dinge, die erkennbar oder sichtbar werden. In der Medizin kann sich beispielsweise ein Verdacht oder eine Vermutung auch in Form eines Symptoms manifestieren.

    Maligne Tumoren
    sind bösartige Tumoren. Diese Tumoren werden auch als Krebs bezeichnet. Sie wachsen in umgebendes Gewebe ein und zerstören es, außerdem setzen sie durch Verbreitung über das Blut (hämatogen) oder die Lymphe (lymphogen) Tochtergeschwulste.


    Medizinische Rehabilitation
    Wiederherstellung von körperlichen Funktionen, Organfunktionen und gesellschaftlicher Teilhabe mit physiotherapeutischen und ergotherapeutischen Maßnahmen, Mitteln der klinischen Psychologie und Anleitungen zur Selbstaktivierung.

    Melanome
    auch schwarzer Hautkrebs genannt, ist ein bösartiger Tumor der Pigmentzellen. Er neigt dazu, früh Metastasen über Lymph- und Blutbahnen zu streuen. Neben Melanomen der Haut (cutanes Melanom) gibt es auch Melanome der Schleimhäute, des Auges (Bindehautmelanom, Aderhautmelanom), des Zentralnervensystems und der inneren Organe.

    Metastasen
    sind Absiedlungen eines Tumors in entfernt gelegenem Gewebe. Die lateinische Bezeichnung ist Filia (dt.die Tochter) und bedeutet die Tochtergeschwulst.

    Morbidität
    (lat. morbidus „krank“) ist eine statistische Größe in der Medizin. Unter ihr versteht man die Krankheitshäufigkeit bezogen auf eine bestimmte Bevölkerungsgruppe. Sie wird bestimmt durch die Prävalenz (Rate bereits Erkrankter) und die Inzidenz (Rate der Neuerkrankungen) innerhalb einer vorgegebenen Zeitperiode. Aus der Morbiditätsrate kann die Erkrankungswahrscheinlichkeit lediglich abgeschätzt werden.

    Morbus Bowen
    ist eine veraltete Bezeichnung für eine schwere Dysplasie (VIN III/Carcinoma in situ).

    Mortalität
    Begriff der Todesursachenstatistik. Sie bezeichnet die Anzahl der Todesfälle, bezogen auf die Gesamtanzahl der Menschen oder, bei der spezifischen Sterberate, bezogen auf die Anzahl der betreffenden Population (betroffene Personen), meist in einem bestimmten Zeitraum.

    Nanokolloid
    radioaktiv angereicherte Substanz (winzige Eiweißpartikel) zum Auffinden von z. B. Sentinellymphknoten.

    Obligat
    unwiderruflich, definitiv, feststehend, verpflichtend.

    Obsolet
    (nicht mehr gebräuchlich sein, an Geltung verlieren) bezeichnet generell Veraltetes, meist Normen oder Therapien.

    Ödem
    eine Schwellung des Gewebes aufgrund einer Einlagerung von Flüssigkeit aus dem Gefäßsystem.

    Onkologie
    ist die Wissenschaft, die sich mit bösartigen Erkrankungen befasst. Es ist der Teil der Zweig der Medizin, der sich der Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge von malignen Erkrankungen widmet.

    Pathologie
    „Lehre von den abnormen und krankhaften Vorgängen und Zuständen im Körper („pathologische Anatomie“) und deren Ursachen“. Pathologisch bedeutet im medizinischen Fachjargon soviel wie „krankhaft“, aber auch „krankheitsbezogen“.

    Palliativtherapie
    umfasst alle Behandlungen, die nicht mehr auf die Heilung einer Krankheit ausgerichtet sind, sondern der Patientin eine möglichst schmerzfreie restliche Lebenszeit ermöglichen sollen.

    Persistenz
    etwas mit dauerhafter Beschaffenheit oder Beharrlichkeit, in der Medizin das Überdauern von Krankheitserregern in bestimmten Rückzugsräumen im Körper.

    Plattenepithel
    so wird das an vielen äußeren und inneren Oberflächen vorkommende Gewebe bezeichnet. Es entsteht aus mehreren Zelllagen, die wie Platten übereinander geschichtet sind. Die Grenze zum darunter liegenden Gewebe bildet die Basalmembran. In Abhängigkeit davon ob eine Hornschicht vorhanden ist, unterscheidet man verhorntes (z.B. Haut) von unverhorntem Plattenepithel. (z.B. Schleimhaut). Bösartige Tumoren, die in diesem Gewebe entstehen, bezeichnet man als Plattenepithelkarzinom.

    Plattenepithelkarzinom
    ein Karzinom, das nur das Plattenepithel befällt. Mehrschichtig und nicht verhornt ist das Plattenepithel typisch für Schleimhäute. Die oberste Schicht der Körperhaut besteht aus verhorntem Plattenepithel. Die Vulva enthält sowohl verhorntes als auch nicht verhorntes Plattenepithel.

    Präkanzerose
    ist eine Gewebeveränderung oder ein Tumor, der eine mögliche Vorstufe einer Krebserkrankung darstellt oder sich im Übergangsstadium zum Krebs befindet.

    Prävention
    medizinisch für Vorbeugung. (Früherkennung)

    Primär
    wichtig, hauptsächlich, erstrangig, ursprünglich.

    Psychoonkologie
    relativ neue interdisziplinäre Form der klinischen Psychologie bzw. Psychotherapie, welche sich mit den psychischen und sozialen, einschließlich sozialrechtlichen Bedingungen, Folgen und Begleiterscheinungen einer Krebserkrankung (onkologische Erkrankung) befasst.

    Psychosozial
    soziale Gegebenheiten betreffend, die die Psyche beeinflussen.

    R0-Resektion
    Tumorentfernung im gesunden Gewebe , Entfernung mit ausreichendem “Sicherheitsabstand“ zum Tumor.

    Radiochemotherapie (RCT)
    ist eine Kombination aus Strahlentherapie und Chemotherapie zur Behandlung von bösartigen Tumoren, die oft wirksamer ist als eine alleinige Strahlentherapie.

    Radiotherapie (Strahlentherapie)
    (auch Strahlenheilkunde, Radioonkologie) ist das medizinische Fachgebiet, das sich mit der medizinischen Anwendung von ionisierender (radioaktiver) Strahlung auf den Menschen beschäftigt, um Krankheiten zu heilen oder deren Fortschreiten zu verzögern.

    Regionär
    auf einen bestimmten Bezirk ausgedehnt, zugehörig.

    Rekonstruktion
    wiederherstellende Methoden der Medizin zur Wiederherstellung von Körperteilen in Funktion oder Aussehen – plastische Chirurgie.

    Reversibel
    umkehrbar, wieder rückgängig zu machen.

    Rezidiv
    Wiederauftreten („Rückfall“) einer Krankheit. Der Begriff Rezidiv spielt bei der Behandlung von Krebs eine Rolle. Ursache ist meist eine unvollständige Entfernung des Tumors, die nach einiger Zeit zu einem erneuten Auftreten der Krankheit führen kann. Wer in den fünf Jahren nach der Behandlung eines Tumors kein Rezidiv erfährt, gilt nach allgemeiner Norm als geheilt; selbstverständlich kann nach dieser Zeit eine komplette erneute Erkrankung an Ort und Stelle noch auftreten.

    Risikoadaptiert
    an das Risiko angepasst - „So viel wie nötig, so wenig wie möglich“.

    Schambein (Os pubis)
    ist ein winkelförmiger Knochen und Teil des Beckens. Es ist beidseitig vorhanden, wobei beide Schambeine in der Mittellinie durch die Schambeinfuge (Symphysis pubica) – eine faserknorpelige Verbindung – verbunden sind, damit sich die Beckenknochen geringfügig zueinander bewegen können.

    Sarkome
    sind bösartige Tumore, die vom Stützgewebe (Bindegewebe, Knochen, Knorpel, Muskel, Fettgewebe) ausgehen und frühzeitig in die Blutgefäße metastasieren.

    Semimaligne Tumoren
    setzen in der Regel keine Tochtergeschwulste, zerstören aber umliegendes Gewebe und wachsen in dieses hinein (Destruktion und Infiltration).

    Sentinel-Lymphknoten
    Pförtner- oder Wächterlymphknoten.

    Serom
    Ansammlung von Lymph- oder Blutflüssigkeit in Gewebehohlräumen.

    Staging
    Als Stadienbestimmung oder „Staging“ (englisch) bezeichnet man in der Onkologie das diagnostische Vorgehen im Anschluss an die Diagnose eines bösartigen Tumors. Es dient der Feststellung des Ausbreitungsgrades und damit als Basis für die Entscheidung, zu welcher Therapie dem Patienten geraten wird.

    Stroma
    ist das stützende, lockere Bindegewebe eines Organs. Es enthält meist Nerven sowie Blut- und Lymphgefäße.

    Syphilis
    ist eine Infektionskrankheit, die zur Gruppe der sexuell übertragbaren Erkrankungen gehört. Der Erreger der Syphilis ist das Bakterium Treponema pallidum. Typisch ist ein Beginn mit schmerzlosen Schleimhautgeschwüren und Lymphknotenschwellungen. Die Diagnoseerstellung geschieht hauptsächlich durch den Nachweis von Antikörpern. Die Syphilis ist durch die Gabe von Antibiotika, unter anderem Penicillin, heilbar.

    Szintigrafie
    bildgebendes Verfahren der nuklearmedizinischen Diagnostik.

    TNM-Klassifikation
    (auch: TNM-System; engl.: TNM Classification of Malignant Tumours oder kurz TNM staging system) ist eine Klassifikation der Tumorausdehnung, die sich unterteilt nach Primärtumor (T), regionale Lymphknoten (N) und Fernmetastasen (M).

    Tumor, Geschwulst/Schwellung
    steht in der Medizin für eine umschriebene Zunahme des Gewebsvolumens jedweder Ursache. Tumoren sind Gewebeveränderungen, die auch vererblich, aber nicht ansteckend sind. Ihre Einteilung erfolgt nach ihrem biologischen Wachstumsverhalten und nach dem Ursprungsgewebe.
    In Abhängigkeit von der Dignität des Tumors, also seiner Fähigkeit Metastasen auszubilden, unterscheidet man benigne (gutartige), maligne (bösartige) und semimaligne Tumoren.

    Tumorinfiltration
    Eindringen des Tumors in umliegendes Gewebe, in die Tiefe und Breite gehend.

    Tumorklassifikation
    Tumorlokalisation wird durch die International Classification of Diseases (ICD) bestimmt
    Tumorausdehnung wird durch die TNM-Klassifikation bestimmt

    Tumormarker
    sind entweder Bestandteile der Krebszellen selbst oder vom Tumor bzw. gesundem Gewebe als Reaktion auf die Krebszellen direkt oder indirekt gebildete Stoffwechselprodukte, zum Beispiel Enzyme oder Hormone, deren erhöhte Konzentration auf einen Tumor oder das Rezidiv eines solchen hindeuten können.

    VIN I - III
    Stadieneinteilung der vulvären intraepitheliale Neoplasie.

    Vulväre intraepitheliale Neoplasie (VIN)
    Die Vulväre intraepitheliale Neoplasie (VIN) ist eine Erkrankung des Plattenepithels (Deckgewebe/Haut) der Vulva und wird in drei Schweregrade unterteilt.

    Vulva
    weibliche Scham, bezeichnet die Gesamtheit der äußeren, primären Geschlechtsorgane einer Frau. Der Venushügel (Mons pubis/Mons veneris) und die großen Schamlippen (Labia majora pudendi) begrenzen als Fettpolster die Vulva. Oft wird die Vulva fälschlicherweise mit Vagina oder Scheide bezeichnet.

    Vulvektomie
    bezeichnet die operative Entfernung von Anteilen oder der gesamten Vulva.

    Zertifizierte Zentren
    sind Kliniken, die sich einem standardisierten Prüfverfahren unterzogen haben. Diese Verfahren werden z.B. durch die Deutsche Krebsgesellschaft durchgeführt. Geprüft werden dabei vor Ort, ob alle durch die entsprechende Fachgesellschaft definierten Voraussetzungen von der jeweiligen Klinik erfüllt werden. Dazu gehören häufig eine Mindestanzahl von behandelten Patienten, eine Infrastruktur mit geschultem Personal, Dokumentation und schriftlich definierte standardisierte Handlungsabläufe sowie der Nachweis der Kooperation mit notwendigen Fachdiziplinen (Radiologen, Strahlentherapeuten, Psychologen etc.). Zertifiziert werden zukünftig Zentren für die Therapie genitaler Krebserkrankungen, ein Zentrum für Patientinnen mit Vulvakarzinom alleine gibt es nicht.
    Das Prüfverfahren wurde von der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) erstellt. Das Zentrum trägt den Titel Zertifiziertes gynäkologisches Krebszentrum der DKG und DGGG.

    Zytodiagnostik
    Beurteilung von Zellen, die aus ihrem Gewebeverband durch Abstrich, Biopsie oder Punktion entnommen wurden. Die Zellen werden mikroskopisch als gefärbtes Präparat auf histologische Veränderungen oder Eigenschaften untersucht, die auf eine Erkrankung hindeuten können.

    Zytologie
    „Zelllehre“ bedeutet

    • in der Biologie die allgemeine Lehre von den Zellen
    • in der Medizin die Untersuchung von Zellabstrichen (z.B. bei der Krebsvorsorge des Gebärmutterhalskrebs)


    Autor: Enzia Selka
    ©2009 - 2014 VulvaKarzinom-SHG e.V.
    aktualisiert 05.08.2014

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